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Buch Rezension: Englischer Harem von Anthony McCarten
Buch Rezension: Englischer Harem von Anthony McCarten

Buch Rezension: Englischer Harem von Anthony McCarten
Inhalt:
Tracy ist Kassiererin in einem Londoner Supermarkt und träumt sich gerne aus dieser eintönigen Umgebung hinweg, in dem sie sich vorstellt das Persönlichkeiten wie Prinzessin Leia, Johanna von Orleans oder die Queen bei ihr einkaufen. Als sie einen Ladendiebstahl nicht meldet, wird sie fristlos entlassen. Zuhause bei ihren Eltern im 24. Stockwerk eines maroden Wolkenkratzers, beschließt sie sich diesmal eine andere Arbeit zu suchen. Diesmal setzt sie auf Stöckelschuhe, Mini und knappes Top.
Ihr Weg führt sie zu dem vegetarischen Restaurant 'Persischer Garten' und ein Schild im Fenster, weist darauf hin, dass eine Kellnerin gesucht wird. Tracy betritt das Restaurant und fühlt sich wie in einer 'Tausendundeiner Nacht' Szene, doch der Besitzer des Lokals Saaman 'Sam' Sahar, will sie nicht einstellen. Am nächsten Tag ist Tracy wieder da und letztlich gibt er Tracy eine Chance, obwohl er nicht glaubt, dass sie mit der persischen Sprache und der Speisekarte zurechtkommen wird. Tracy ist aber eine sehr intelligente Frau und in kürzester Zeit, kennt sie die Speisekarte auswendig, kann sich die Gäste merken und beginnt sich für den Iran und den Koran zu interessieren.
Immer häufiger unterhält sie sich mit Sam und will mehr über sein Leben, sein Persien und seinen Glauben erfahren. Sam ist fasziniert von der jungen Engländerin, aber da sind seine vier Kinder und seine zwei Frauen. Tracy verlässt ihren Freund den Steinmetz Ricky Innes, was sich noch als verhängnivoll erweisen wird. Immer stärker fühlt sie sich von Sam und seinen netten Frauen hingezogen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie sich in den dicklichen 52jährigen Perser verliebt. Als er sie um ihre Hand bittet und heiratet, beginnen die Schwierigkeiten richtig.
1. Satz:
Um sich die öde Arbeit angenehmer zu machen, ließ Tracy sich vom Rhythmus ihrer Scannerkasse gern in Tagträume wiegen.
Rezension:
Sam ist verliebt in England und auch die schlimmsten Erlebnisse steckt er mit Großmut und Herzenswärme weg, ohne jemals seiner Wahlheimat die Schuld zu geben. Unerschütterlich glaubt er an das Gute im Menschen. Im Laufe des Buches erfährt man, wie er zu seinen ersten beiden Frauen gekommen ist, die ihm Liebe und Respekt entgegenbringen. Tracy ist die Erfüllung seiner Träume. Sie ist an all seinen Facetten interessier und er kann sich mit ihr geistig und sexuell austauschen.
Doch die Gesellschaft neidet ihm seine drei schönen Frauen, seinen Erfolg und sein kleines Paradies. Nach einem anonymen Anruf beim Jugendamt beginnt für diese vier Menschen ein Leidensweg durch die Mühlen der Bürokratie, die Sam zu zermahlen drohen und sein harmonisches Leben bedrohen. Ein aufwühlendes Buch gegen Rassismus und religiöse Intoleranz. Wie oft unterstellen wir jemandem irgendwelche Sachen, nur weil ums die Lebenweise fremd ist oder sich sogar Gefühle des Neids einschleichen und unsere Fantasie mit uns durchgeeht? Ist ein Moslem ein schlechterer Mensch als ein Christ? Das Buch ist mehr als spannend, so dass ich es nicht aus der Hand legen wollte und es wird mich noch einige Zeit beschäftigen.
Fazit: Nur weil wir etwas nicht verstehen, muss es nicht böse sein - Ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit und Toleranz.
Englischer Harem von Anthony McCarten - Diogenes Verlag




