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Buch Rezension: Zirkuskind von John Irving
Buch Rezension: Zirkuskind von John Irving

Buch Rezension: Zirkuskind von John Irving
Inhalt:
Dr. Farrokh Daruwalla lebt in Toronto, doch immer wieder zieht es ihn sein Heimatland nach Indien zurück. Er arbeitet als Orthopäde und behandelt in Bombay verkrüppelte Kinder, doch seine Leidenschaft sind die Zwerge, die in den Zirkussen Indiens leben. Doch er hat auch noch ein geheimes Leben, dass nur einige wenige Menschen kennen.
Als er wieder einmal im Duckworth Club mit seinem Freund John D. speist, der in Indien ein bekannter und verhasster Film-Inspektor ist, wird auf dem Golfplatz eine Leiche gefunden. Schnell wird klar, dass der Täter es auf John D. abgesehen hat und das dieser Mord etwas mit einem Mordfall zu tun hat, der vor zwanzig Jahren in Goa geschah und bei dem Dr. Daruwalla als Arzt hinzugezogen worden war.
1. Satz:
Normalerweise sorgten die Zwerge dafür, dass er immer wieder zurückkam - zurück zum Zirkus und zurück nach Indien.
Rezension:
Am Anfang fand ich das Buch doch sehr irritierend. Ein Zwergenblut sammelnder Orthopäde, der weder in Toronto, noch in Indien wirklich Zuhause ist. Doch wenn man sich erst einmal eingelesen hat, wird man von diesem spannenden Roman rasch in den Bann gezogen. John Irving schafft es wieder einmal den Leser über keinen seiner Charaktere im Unklaren zu lassen, so dass man verstehen kann, warum sie so und nicht anders handeln. Ganz nebenbei erfährt man noch ein wenig über Indien, dessen Zirkusse, die Bettler, das Rotlicht-Milieu, die Transvestiten und Hijras. Irving fährt interessante Personen auf: den Zwerg Vinod, ein amerikanisches Hippy-Mädchen, einen Transsexuellen, einen übereifrigen Priester, den gutmütigen Dr. Daruwalla, den undurchsichtigen Schauspieler John D., einen alten Butler, einen brutalen Transsexuellen und einen echten indischen Inspektor. Wer ist der Mörder und wie kann er dingfest gemacht werden?
Mir gefiel besonders die Zerissenheit des Dr. Daruwalla sehr gut, der sich nirgends Zuhause fühlt und der sein Hobby gerne stärker ausgelebt hat, aber ich konnte auch sehr schnell Inspector Dhar, Vinod und sogar Martin Mills in mein Herz schließen.
Fazit: Ein vielschichtiger Krimi, der auch nach 970 Seiten nicht langweilig wird. Emotionen, Humor, Spannung und starke Charaktere - Ein kleines Meisterwerk.
Zirkuskind von John Irving - Diogenes Verlag - 796 Seiten




