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Die Familie - Warum wir sie brauchen



Ist es nicht traurig, wenn ganze Familiengeschichten in Vergessenheit geraten?
Dabei passiert es täglich, fast unbemerkt. Wann immer ein Mensch stirbt, nimmt er auch viele
Anekdoten und Geschichten mit ins Grab, die künftigen Generationen helfen könnten, zu
verstehen, woher wir kommen, warum wir welche Ansichten haben und wieso wir bestimmte
Dinge auf genau die Art und Weise tun. Unsere Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten und
Cousinen, die wahrscheinlich nicht  in den Geschichtsbüchern zu finden sind, haben bereits
einen Einfluss auf unser Leben und auf das unserer Kinder genommen. Schließlich hatte
vieles von dem was uns ausmacht, seinen Beginn noch lange vor unserer Geburt. Ob es
Muster der Erziehung sind, Traditionen, wie die zu Weihnachten, wie wir mit Problemen
umgehen, woher wir unsere Himmelfahrtsnase haben, oder warum wir für verschiedene
Krankheiten so anfällig sind. Und noch dazu gehen Geschichten verloren, die so spannend
sein können wie ein Krimi, so traurig wie das beste Drama, so romantisch und amüsant wie
unsere Lieblingsromanze im Fernsehen oder in einem Buch. Und vor allem können diese
Geschichten voller Lebensweisheit sein.

Ja, es ist wirklich traurig,  wenn niemand mehr da ist, der sich daran erinnert, wie es früher
einmal war, lange bevor es uns gab. Unsere Familie ist, wie so oft dargestellt wird, ein
mächtiger Baum. Jeder Ast bringt einen neuen Familienzweig hervor und jeder ist untrennbar
durch den Stamm in der Mitte miteinander verbunden.  Einem Stamm in dem unsere
Grundwerte und Gene gespeichert sind. Ist es da nicht unglaublich spannend und
faszinierend herauszufinden, wer diese Menschen waren? Diese Personen, die schon lange
gestorben sind und doch unseren Lebensweg, sowie unser Aussehen prägten? Wer waren
die Leute, die wir als unsere Ahnen bezeichnen? Jeder Name steht für ein Schicksal, für einen
Menschen, der eine Geschichte hat, die es wert wäre erzählt, gehört und weiter gegeben zu
werden. Sie mögen ein einfaches, bescheidenes Leben geführt haben, sind vielleicht nicht
einmal aus ihrem Dorf herausgekommen, haben kein Heer angeführt, aber auch sie haben
gelacht, geliebt, geweint, gestritten und ihre Erfahrungen gemacht. Sie sind ein Teil von uns
und werden ein Teil unserer Kinder sein. Ich finde das ist Grund genug den Senioren der
Familie zuzuhören, sie aufzufordern,zu erzählen und sich mit ihnen auf die Reise zu begeben.
Wir müssen nämlich nicht allzu weit zurück greifen um unserer Familiengeschichte auf die
Spur zu kommen, man beginnt einfach mit einer Generation über einem selbst.
Und oft schafft allein das Fragen und interessiert sein dabei, ein Band aufzubauen zwischen
Großmutter und Enkelsohn, zwischen Nichte und Tante, zwischen Mutter und Tochter. Denn
was ist schöner, als wenn sich jemand dafür interessiert, was wir erlebt haben? Wir wollen
doch alle, dass unser Leben nicht unbemerkt vorbeizieht. Wir wünschen Spuren zu
hinterlassen. Vielleicht nicht auf der Landkarte und nicht in den Geschichtsbüchern, aber
dafür in den Herzen derer, die wir lieben. Nimm Anteil an dem Leben deiner Familie und
vielleicht entdeckt man Gemeinsamkeiten, spricht über Verletzungen und versteht plötzlich
warum Onkel Waldemar immer so schroff war, oder es dem Vater so wichtig war, dass wir
einen soliden Beruf ergriffen.

Vielleicht lohnt es sich die Geschichten niederzuschreiben und vielleicht fühlt man sich auch
inspiriert kreativ zu werden, indem man zu den Familiengeschichten noch in Scrapbook Art
Bilder, Briefe oder Karten einklebt.
Meine Tante Inge kam vor ein paar Jahren auf eben diese Idee. Für ihre Tochter setzte sie
sich hin, nahm Füller und Papier zur Hand und schrieb sie auf, die Geschichte ihrer Eltern
und Großeltern. Mit Fotos illustrierte sie liebevoll ihr Werk und schuf damit ein kostbares
Erinnerungsstück der besonderen Art. Wir waren alle sehr neidisch, doch meine Cousine
war so lieb es mit jenen zu teilen, die auch mehr erfahren wollten. Und so bin ich heute
unendlich dankbar, dass auch ich eine Kopie dieser Geschichte in den Händen halten darf
und kaum war sie eingetroffen, war es meine Tochter, die mir die Familiengeschichte aus der
Hand riss, sich hinsetzte und begann vorzulesen.

Für mich waren meine Großeltern bis dahin zwei nette ältere Herrschaften gewesen. Mein
Opa, der gerne mit meinem Vater Skat spielte und meine Oma, die immer schimpfte, weil ich
als Kind nicht stillsitzen wollte. Unvorstellbar, dass sie auch einmal jung waren, sich verliebten,
heirateten und Kinder bekamen, die meine Mutter und meine Tante waren. Nun hörte ich
Geschichten von Dackelzucht, einem großen Gut, dessen Besitzer mein Opa war, von
Pudding, der zum Abkühlen auf die Fensterbank gestellt wurde und den die Ziege stibitzte,
vom Krieg, von der Krebserkrankung meiner Oma und einem Anfang in einer neuen Heimat.
Ihre Vorstelllungen und Erfahrungen haben meine Mutter geprägt und meine Erziehung
beeinflusst. Und ob ich es nun wahrhaben will oder nicht, ein wenig von meinen Eltern wird
auch immer wieder bei mir zum Vorschein kommen. Ein Blick, eine Redewendung oder die
Reaktion auf eine Situation.

Durch die vielen Gespräche, die ich mit meiner Tante, aber auch mit anderen Verwandten
geführt habe, verstehe ich meine Eltern ein kleines Stückchen besser. Eine andere
wunderschöne Idee hatte eine Freundin, die sich seitdem regelmäßig die Mühe macht einen
Newsletter zu verfassen, in dem die ganze Familie wieder auf den neuesten Stand gebracht
wird. Nicht nur wer geheiratet hat oder umgezogen ist vermerkt sie, sondern auch die kleinen
Erfolge wie das gute Zeugnis ihres Sohnes, den Ballettauftritt von ihrer Nichte, das ihre
Cousine befördert wurde.  Es werden Fotos angefügt von Oma, die ihre Freundin im
Schwarzwald besuchte, Zeitungsartikel in denen Familienmitglieder vermerkt wurden oder
allgemeine Ankündigungen wie anstehende Geburtstage. In Zeiten von Whatsapp, Facebook
und Wegwerfgesellschaft, schafft sie etwas Bleibendes und ganz nebenbei ist so ein wenig
zum Mittelpunkt der Familie geworden, bei der alle Neuigkeiten zusammenkommen. Was
zunächst digital verschickt wird, druckt sie sich auch aus und als die Familie letztes Jahr zu
Weihnachten zusammen kam, ging der Ordner mit den Seiten von Hand zu Hand. Gemeinsam
ließ man noch einmal Momente aufleben, lachte über Missgeschicke und bemerkte, dass man
schon lange nicht mehr gefragt hatte, ob dem eigenen Bruder noch immer der Rücken
schmerzte von dem schlimmen Sturz vor einem Jahr.  

Was wir ‚Familie‘ nennen, hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert und so wird es
um so wichtiger dem Thema wieder Aufmerksamkeit zu schenken. War man früher verheiratet,
bis der Tod uns scheidet, ist es heute viel leichter geworden, einen Schlussstrich zu ziehen,
wenn das Projekt Ehe gescheitert ist. Niemand wird mehr schief von der Seite angesehen,
wenn er sich für ein Leben als Single entscheidet oder es gerne eine Zeitlang ist.
Alleinerziehende sind heute keine Ausnahmeerscheinung und das Wort Patchworkfamilie
ist in aller Munde.

Trotz aller gesellschaftlichen Umbrüche, haben wir doch das starke Bedürfnis, nicht ganz allein
im Leben zu stehen und mit Menschen, die man liebt alt zu werden. Wenn wir es zu Hause nicht
finden, dann suchen wir uns unsere eigene Familie. Ob wir sie mit unserem Partner gründen,
ob wir uns einer Familie anschließen, oder wir unsere Freunde zu unserer Wahlfamilie
ernennen. So sehr wir es uns auch vielleicht manchmal einreden wollen, wir Menschen sind
keine einsamen Wölfe. Wir sehnen uns danach geliebt und anerkannt zu werden. Wir
brauchen die Sicherheit, die uns andere Menschen geben. Wir wollen unsere guten
Neuigkeiten teilen und uns an einer Schulter ausweinen können.

So gern wir auch manchmal darauf verzichten würden, wenn Streit in der Luft hängt und uns
Beziehungen eher strapazieren, als entlasten - In den Tiefen unseres Herzens wollen wir diese
Menschen, brauchen wir sie und genießen sie. Wenn du dich jetzt zurückerinnerst an all die
besonderen Momente in deinem Leben, waren da nicht meist andere Menschen dabei mit
denen du diese Erlebnisse geteilt hast?

Das Thema Familie liegt uns allen am Herzen, darum ist es kein Wunder, das TV-Serien wie
‚Ich heirate eine Familie‘, Gilmore Girls‘, ‚Full House‘ oder ‚Die Waltons‘ seit Jahrzehnten
Dauerbrenner sind.

Gerade deshalb ist es so wichtig an Beziehungen zu arbeiten, den anderen nicht für
selbstverständlich zu nehmen, kleine Aufmerksamkeiten mitzubringen, zu sagen wie wichtig
der andere einem ist, Probleme und Streits aufzuarbeiten, statt sie unter den Teppich zu
kehren und Verständnis für Andersartigkeit zu haben. Heißt es nicht so schön, dass Familie
die Menschen sind, die einen aufnehmen müssen, egal was man angestellt hat?

Vielleicht ist es nicht einfach in der Familie und Spannungen herrschen vor, aber einer muss
doch damit anfangen, Harmonie hineinzutragen. Warum nicht du? Erwarte keine Wunder und
nicht, dass man es überhaupt wahrnimmt, doch steter Tropfen höhlt den Stein. Vielleicht
braucht es auch ein Gewitter, damit wieder Ruhe einkehren kann und manchmal muss man
das gesamte Haus einreißen, damit der Mond wieder sichtbar wird. Aber Familie ist definitiv
etwas, wofür es sich lohnt sowohl Vorschlaghammer als auch Verbandskasten aus dem
Schrank zu holen.

Gibt es ein Rezept für eine gute Familie? Eigentlich nur die Richtlinien, die immer gelten, wenn
Menschen zusammenkommen. Für einander da sein, von dem anderen lernen, jedem das
Gefühl zu geben, dass er wichtig ist, gebraucht wird und zusammen eine starke Gemeinschaft
bilden. Damit Familie funktionieren kann, sollte man den anderen wertschätzen und das kann
man besonders gut damit zeigen, dass man sich Zeit nimmt und ein guter Zuhörer wird, die
Zeitung zuklappt, den Fernseher ausschaltet und sich auf die Tochter konzentriert, wenn sie
aus dem Kindergarten oder aus der Schule erzählt. Dem Lebensgefährten die Aufmerksamkeit
schenkt, damit er sich geliebt fühlt und man Teil seiner Erlebnisse bleibt und man sich selber
nicht aus Bereichen wie dem Beruf oder Sport ausklammert. Ist der ‚Tatort‘ wirklich so viel
wichtiger als der Austausch mit dem Menschen den man liebt?

Und ganz ehrlich, wenn wir mit unserem Chef sprechen, kämen wir nicht auf den Gedanken
nebenbei ein Kreuzworträtsel zu lösen oder unsere Nachrichten auf dem Smartphone zu
checken. Nicht nur Kinder haben eine feine Antenne dafür, ob man sie ernst nimmt oder mit
den Gedanken ganz woanders ist.

Schöne gemeinsame Momente schaffen, ist so immens wichtig und kann ein starker Kleber
sein, wenn die Beziehungen Belastungsproblemen ausgesetzt werden. Fernsehen ist bequem
und ganz ehrlich, ich möchte meinen auch nicht missen, aber bevor man planlos von einem
Programm zum anderen zappt, kann man auch ein Brettspiel aus dem Schrank holen oder
einen gemeinsamen Spaziergang machen. 

Ich wünsche Dir und Deinen Lieben jedenfalls eine Menge schöner Momente, Anekdoten die
noch in hundert Jahren von deinen Nachfahren mit leuchtenden Augen erzählt werden und
natürlich Menschen, die dir ein Gefühl von Geborgenheit geben. Sei es deine leibliche Familie
oder die, die in deinem Herzen gewachsen ist.
 
Familienserien mit Herz:

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Alexander McCall Smith Hausgeflüster: Neues aus der 44 Scotland Street

In der 44 Scotland Street haben sich interessante Charaktere unter einem Dach zusammengefunden. Die weitgereiste Domenica, die der in Liebesdingen unsicheren Pat gerne Ratschläge erteilt, der unsympathische Narzisst und Weinkenner Bruce, der sechsjährige Bertie, der für sein Alter schon viel zu weit ist und der unter seiner ehrgeizigen Mutter, seinem durchsetzungsschwachen Vater und dem Psychologen Dr. Fairbairn zu leiden hat.

Der Autor sieht genau hin, wenn es um die Stärken und Schwächen seiner Mitmenschen geht und so hat er Charaktere geschaffen, die der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Das Buch erschien Kapitel für Kaptel täglich in der schottischen Zeitung ‚The Scotsman‘ und eignet sich durch die kleinen Lesehäppchen besonders auch für Menschen, die einen Begleiter für den Weg zur Arbeit oder für zwischendurch suchen. Es ist allerdings schwierig, das Buch aus der Hand zu legen, sobald man sich eingelesen hat. Mich konnten die Geschichten immer wieder zum Schmunzeln bringen und überraschen. Die Illustrationen und die Karte der Innenstadt Edinburghs lockern das Buch auf.

Warum man vielleicht zu diesem Buch greifen sollte:
1. Wenn man feinsinnigen Humor schätzt
2. Wenn man in Edinburgh verliebt ist
3. Wenn man kurze Kapitel von vier – sechs Seiten mag

Fazit:
Wer intelligente Unterhaltung schätzt, wird dieses Buch lieben.

 

Hausgeflüster: Neues aus der 44 Scotland Street von Alexander McCall Smith - Heyne - ISBN: 978-3453811195 - 480 S.
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Montag, 12. Januar 2015 um 15:46 Uhr
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Wer ist Agatha Christie?

Sie war die ‚Queen of Crime‘ und hat in ihren Büchern am Liebsten durch Gift getötet. Sie fand es weit weniger brutal, als all die anderen Todesarten, die so manchen Autoren damals aus dem Füllfederhaltern liefen. Wie Gewehrschüsse setzte sie mit ihrer Schreibmaschine Punkte hinter so manchen todbringenden Satz.

Doch auch fern ihres Schreibtisches war sie eine außergewöhnliche Frau, die mit ihren Aktivitäten genau in jene Zeit passten, in der sich Frauen aus dem Schatten der Gesellschaft ins Zentrum kämpften. Sie ging gerne ins Meer baden und lernte auch als eine der ersten Frauen mit einem Surfbrett die Wellen zu reiten. Sie sammelte Häuser, erlebte zwei Weltkriege und ließ sich nie unterkriegen.
Ihr Leben führte sie rund um die Welt und Jahre half sie ihren zweiten Ehemann bei seinen Ausgrabungen im Orient, wo niemand der die Stätten besuchte in ihr das erkannte, was sie war - Eine der erfolgreichsten Autorinnen aller Zeiten.

Sie war eine höchst faszinierende Frau, die mit einem Skandal 300 Polizisten und 1500 Zivilisten in Aufregung versetzte.

Wir haben ihr ein Video gewidmet und hoffen einen Teil unserer Begeisterung an euch weitergeben zu können.

Eure Feen

 


 

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